Die Poker Bankroll

Pokerstrategie

All jene Spieler, die Poker mehr als eine gelegentliche Freizeitbeschäftigung sehen, kommen nicht umhin, sich zu überlegen, was sie ihrem Pokerspiel eigentlich erreichen wollen. Jeder Spieler, der sich an einen Pokertisch setzt, will natürlich gewinnen. Die entscheidende Frage ist dabei, wie es funktionieren kann, dauerhaft und regelmäßig zu gewinnen.

Die guten Spieler

verfügen alle über eine Poker-Bankroll. Die Bankroll bezeichnet das gesamte Pokerkapital, das ein Spieler zur Seite legt. Ziel dieser Spieler ist es, dieses Kapital ständig wachsen zu lassen und nur so hoch zu spielen, dass man auch locker Verlustphasen durchstehen kann. Mit anderen Worten: gute Pokerspieler denken langfristig.

Langfristige Strategien

sind allerdings nicht jedermanns Sache, wenn es um Poker geht. Aber neben den Fähigkeiten im Spiel selbst ist es mindestens gleich wichtig, mit dem Geld richtig umzugehen. Was bedeutet es nun, im Poker langfristig zu denken? Nun, selbst ein Schimpanse kann eine Pokerrunde gegen einen Poker-Meister gewinnen. Eine einzige glückliche Hand reicht aus. Es macht also nicht viel Sinn, Poker nur aus der Perspektive einer Hand oder auch eines einzigen Pokerabends zu sehen.

Professionelle Spieler wissen das und spielen mit Bankroll Management. Sie haben ein eigenes Kapital für Poker und sehen sich selber als Manager dieses Kapitals, wie bei einer Geldanlage, dessen Wert steigen soll. Die Höhe dieses Kapitals schwankt natürlich, aber langfristig soll die Kurve nach oben gehen. So ist es zwar nicht ungewöhnlich, dass am Ende einer Woche oder sogar eines Monats ein Minus stehen kann, aber am Ende des Jahres wird bei guten Spielern das Kapital mit Sicherheit gewachsen sein.

Der Profispieler versucht dabei, Fehler zu vermeiden und seine Hände stets korrekt zu spielen. Für jede einzelne Hand existieren die Phänomene Glück und Pech - eine Hand, die Außenseiter ist kann hier natürlich trotzdem noch gewinnen. Zum Beispiel ist ein Spieler in einer bestimmten Poker-Situation ein 70:30 Favorit, z.B. wenn er mit K-K gegen einen anderen Spieler mit A-Q antritt. Selbst wenn er alles richtig macht, kann er diese Hand natürlich verlieren. Vielleicht kommt er später wieder in die gleiche Situation und wieder verlieren seine Könige. Aber der Profi wird sich nicht darüber ärgern. Denn er weiß, dass ein 70:30 Favorit langfristig gesehen auch in 70% der Fälle gewinnt. Aber dennoch muss er sich darauf vorbereiten, dass er auch als Favorit leer ausgeht.

Es gibt sogenannte Upswings und Downswings,

also Phasen, in denen man überdurchschnittlich gewinnt oder verliert. Einem Spieler, der langfristig denkt, macht das nichts aus. Es zählt der allgemeine Aufwärtstrend über einen langen Zeitraum. Es ist nun offensichtlich, dass man sich besonders gegen anhaltende Verlustphasen wappnen muss. Das bedeutet, dass man in der richtigen "Liga" spielt, also die genau passenden Tischlimits wählt. Wer zu hoch spielt, läuft Gefahr, bankrott zu gehen. Wer zu niedrig spielt, verpasst Chancen, Geld zu verdienen.

Ein vernünftiges Bankroll Management löst dieses Dilemma. Die Tischlimits stehen immer im richtigen Verhältnis zum gesamten Pokerkapital. Sinkt das Kapital muss man in den Tischlimits wieder herunter, steigt das Kapital, darf man in das nächsthöhere Tischlimit aufsteigen. Dieses Prinzip ist für jeden Pokerspieler sinnvoll, egal ob er No Limit oder Fixed Limit spielt oder sich lieber ganz auf Turniere konzentriert.

Nun sehen wir uns einmal Beispiele aus der Praxis an. Bankroll Empfehlungen von Profis für No Limit und Fixed Limit Cashgames sowie Sit and Go Turniere und Multi-Table Turniere.

Wer hauptsächlich Turniere spielt,

sucht die richtige Höhe der Buy-Ins. Bei großen Multi-Table Turnieren wird man häufiger leer ausgehen, die Gewinne können aber umso höher sein. Es ist also wichtig, genug Reserven zu haben für viele Buy-Ins. Für Turnierspieler werden 60 Buy-Ins empfohlen. Das bedeutet, mit dem gesamten Pokerkapital müssen mindestens 60 Turnier-Buy-Ins finanziert werden können. Hat ein Spieler eine Bankroll von z.B. $300, so darf ein einzelner Turniereinsatz nicht höher als $5 sein. Wer gut spielt, wird mit der Zeit automatisch mehr Geld haben und in höhere Einsatzregionen vorstoßen.

Wer sich auf Sit-and-Go Turniere verlegt, braucht nicht so viel Reserven, da man häufiger in die Preise kommt. Die gesamte Bankroll soll aus 30 Buy-Ins bestehen. Wer zum Beispiel eine Bankroll von $300 hat, der darf nicht höher als $10-Turniere spielen. Auch hier gilt das Prinzip vom Aufstieg und Absteig. Fällt die Bankroll des Spielers auf $150 herunter, soll der einzelne Sit-and-Go Einsatz nicht höher als $5 sein. Und umgekehrt: steigt die Bankroll auf $600, darf das Buy-In für ein Sit-and-Go bereits $20 sein.

Die Cashgame-Spieler

orientieren sich an den Tischlimits. Bei No-Limit Spielern ist die Höhe des Big Blinds die maßgebende Größe. Die Bankroll muss aus mindestens 300 Big Blinds bestehen. Zum Beispiel hat ein Spieler eine Bankroll von $600. Er wird dann vernünftigerweise an $1/$2 No-Limit Tischen spielen. Auch hier gilt wieder das Prinzip vom Auf- und Abstieg.

Der Fixed Limit Spieler wird sich an die Höhe des Big Bets halten. Auch hier ist der empfohlene Wert 300. Wenn ein Spieler an $2/$4 Tischen spielen will, soll seine Bankroll mindestens $1200 betragen, damit er ein gutes Bankroll Management hat. Spielt er beständig, wird die Bankroll steigen und er kann früher oder später ins nächsthöhere Limit wechseln. Hat er eine schlechte Phase erwischt und die Bankroll wird kleiner, muss er eine Zeit lang ins niedrigere Limit wechseln.


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