Poker Regeln

Spielregeln

Innerhalb weniger Jahre hat Poker die Welt erobert. Rund um den Globus wird inzwischen gepokert, von Las Vegas über Berlin und Wien bis nach Seoul oder Macau. Meist online, und wahrscheinlich wäre der Eroberungszug des Pokerspiels ohne das Internet nicht möglich gewesen. Dennoch ist es das Spiel, dass die Menschen selbst mit einer Mischung aus Glück, Geschicklichkeit, Psychologie und einer guten Portion Mut in seinen Bann zieht. Dabei ist das Spiel leicht zu lernen, innerhalb weniger Minuten lassen sich die Grundregeln verstehen.

Ziel des Spiels

Es gibt sehr viele Pokervarianten, doch das Ziel des Spiels ist immer das Gleiche: Es geht um die Chips, die im Laufe einer Spielrunde in die Mitte des Spieltischs, den Pot, wandern. Der Pot füllt sich durch Einsätze der Spieler, die auf ihre Karten setzen. Den Pot gewinnt der Spieler, der nach Ablauf der Spielrunde die besten Karten hält oder weil kein anderer Spieler bereit war seinen Einsatz zu bezahlen. Bei den meisten Varianten gewinnt die beste Hand (High). Es gibt aber auch Varianten, bei denen die beste und die schlechteste Hand gemeinsam gewinnen und den Pot teilen (Hi/Lo), und sogar Varianten, bei denen allein die niedrigste Hand gewinnt (z. B. Razz).

Einsätze beim Poker

Neben den Varianten High und Hi/Lo bestimmt die mögliche Höhe des Wetteinsatzes die strategischen Überlegungen des Pokerspiels. Unterschieden werden Fixed Limit, Pot Limit und No Limit.

Fixed Limit, meist nur Limit genannt, wird in jeder Setzrunde mit festen, vorgeschriebenen Wetteinsätzen gespielt. Ein Spieler darf immer nur um diesen vorgeschriebenen Betrag erhöhen. Es ist üblich, dass sich dieser Betrag nach der Hälfte der Setzrunden verdoppelt. Betrug der ursprüngliche Einsatz $1, darf jetzt also um $2 erhöht werden. In der Regel darf in einer Setzrunde maximal dreimal erhöht werden.

Bei einem Pot-Limit-Spiel darf während jeder Setzrunde nur um den im Pot liegenden Betrag erhöht werden. Der minimale Einsatz entspricht dem Big Blind. Es darf allerdings innerhalb einer Setzrunde in der Regel unbegrenzt erhöht werden.

No Limit wird gerne als der „Cadillac“ des Poker bezeichnet. Weil die Spieler um einen nach oben offenen Betrag erhöhen dürfen, zumindest bis zu der Höhe, die sie an Chips vor sich haben, gilt No Limit als die anspruchvollste Variante. Fehler können da schnell teuer werden.

Ein Spiel mit unvollständigen Informationen

Allen Pokervarianten ist gemeinsam, dass die Spieler die Karten ihrer Gegner gar nicht oder nur zu einem Teil kennen. Das macht Poker zu einem Spiel, bei dem kein Spieler allwissend ist. Die Spieler können nicht wie beim Schach oder beim Monopoly das gesamte Spielfeld einsehen und haben damit alle den gleichen Informationsstand. Poker ist ein Spiel mit unvollständigen Informationen. Es ist wie im wirklichen Leben: Nie wissen wir alles, immer müssen wir das Beste aus den uns bekannten Informationen machen und unseren nächsten Schritt überlegen. Der Pokerspieler gleicht ein wenig einem Detektiv, der sich aus vielen Spuren ein Bild des tatsächlichen Tathergangs zu machen versucht. Im Falle des Pokerspielers sind die Spuren die offenen Karten, das Setzverhalten der Gegner und die Höhe der Einsätze. Gleichzeitig eröffnet das den Raum für die Phantasie und Kreativität der Spieler. Denn schließlich gehört auch der gekonnte Bluff zum Pokerspiel. Mit einem Bluff bringt ein Spieler seine Gegner dazu zu passen, obwohl sie möglicherweise eine bessere Hand halten.

Ablauf des Spieles

Gespielt wird mit 52 Karten, die in vier Farben (Herz, Pik, Kreuz, Karo) aufgeteilt, wobei die Farbe  bei den meisten Varianten den gleichen Wert hat. Jede Farbe hat dreizehn Karten, vom As, der höchsten Karte, bis zur Zwei als Karte mit dem kleinsten Wert.

Wir beschreiben zunächst den Ablauf von Pokervarianten, die mit Gemeinschaftskarten gespielt werden wie Texas Hold’em oder Omaha und derzeit am beliebtesten sind. Ausnahmen sind Varianten wie Razz oder Studpoker (siehe Artikel über Seven Card Stud). Bevor das Spiel beginnt, wird für die erste Spielrunde der Dealer ermittelt. Jedem Spieler wird eine Karte zugeteilt, der Spieler mit der höchsten Karten erhält den Dealer-Button. Der Dealer-Button wandert nach jeder Spielrunde im Uhrzeigersinn weiter. Die beiden Spieler links vom Dealer müssen vor Beginn einer jeden Spielrunde die so genannten Blinds, den Small Blind und den Big Blind, in den Pot geben. Jeder Spieler erhält zunächst und je nach Variante zwei oder vier Karten, die so genannten Hole Cards. Danach beginnt die erste Setzrunde mit dem Spieler links vom Big Blind. Er kann entweder den Grundeinsatz bringen, erhöhen oder passen. Das gilt auch für die anderen Spieler. Nach Abschluss der ersten Setzrunde werden die ersten drei Gemeinschaftskarten, der Flop, gegeben. Die zweite Setzrunde eröffnet der erste verbleibende Spieler links vom Dealer-Button. Ist diese Setzrunde abgeschlossen, wird die vierte Gemeinschaftskarte, der Turn, gegeben. Wieder beginnt die Setzrunde mit dem ersten Spieler links vom Dealer-Button, der noch nicht gepasst hat. Haben alle Spieler ihre Einsätze getätigt, wird die fünfte und letzte Karte gegeben, der River. An die Ausgabe der letzten Karte schließt sich eine letzte Setzrunde an, die auch wieder mit dem ersten Spieler links vom Dealer-Button beginnt.

Handlungsmöglichkeiten der Spieler

Nachdem die Grundeinsätze bezahlt worden sind, haben die Spieler in jeder Setzrunde folgende Handlungsmöglichkeiten:

CHECK: Hat noch kein Spieler vor Ihnen erhöht und möchten Sie ebenfalls nicht erhöhen, können Sie checken, in der Hoffnung, dass kein Spieler, der nach Ihnen an der Reihe ist, erhöht. Sie bekommen dann möglicherweise eine weitere Karte zu sehen, ohne dass Sie dafür Chips bezahlen müssen. Checken alle Spieler in einer Setzrunde, ist die Runde beendet und die nächste Karte wird gegeben.

BET:  Sind Sie der erste Spieler einer Setzrunde, der auf seine Hand eine Wette abgeben möchte, dann handelt es sich um eine Bet (ein Einsatz, eine Wette). Die Spieler, die nach Ihnen an der Reihe sind, können nun entweder aussteigen, erhöhen oder mitgehen.

FOLD: Möchte ein Spieler Ihren Einsatz nicht bezahlen, so steigt er aus (Fold).  Der Spieler, der nicht mitgeht, kann diese Spielrunde nicht mehr gewinnen. Seine bis dahin getätigten Einsätze sind verloren.

CALL: Bezahlt ein Spieler Ihren Einsatz ohne zu erhöhen, dann macht er einen so genannten Call, er geht mit.

RAISE: Möchte ein Spieler Ihren Einsatz nicht nur bezahlen, sondern selbst erhöhen, dann wird seine Handlung Raise genannt. Alle danach agierenden Spieler müssen entscheiden, ob sie mitgehen, noch mal erhöhen (“Re-Raise“) oder aussteigen (Fold) wollen.

Rangfolge der Hände

Das Ende einer Spielrunde markiert der Showdown. Alle  Spieler, die noch nicht gepasst haben, müssen nun ihre verdeckten Karten offen legen. Aus den fünf gegebenen Gemeinschaftskarten und ihren verdeckten Hole Cards versuchen die Spieler nun das bestmögliche Blatt zu bilden. Der Spieler, der die beste Hand hält, gewinnt den gesamten Pot. Tatsächlich ist es möglich, dass die beste Hand nur aus den Gemeinschaftskarten besteht. Dann wird der Pot unter den Spielern geteilt, die beim Showdown noch nicht gepasst hatten. Es handelt sich um einen Split Pot, der manchmal auch vorkommt, wenn zwei Spieler eine Hand gleicher Wertigkeit halten. Meist aber entscheidet die Beikarte, der so genannte Kicker, welcher Spieler den Pot gewinnt. Haben beispielsweise zwei Spieler einen Drilling Neuner, der eine Spieler hält aber als höchste Beikarte ein As, sein Gegner jedoch nur einen König, gewinnt der Spieler mit dem Drilling und dem As als Kicker den gesamten Pot.

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Rangfolge der Hände bei fast allen Pokervarianten gleich. Die unten stehende Rangfolge trifft auf alle Varianten zu, bei denen das höchste Blatt gewinnt („High only“).

Es beginnt mit der höchsten Karte. Kann ein Spieler mit seinen fünf Karten kein Paar oder eine der gleich folgenden Kombinationen bilden, dann gilt die höchste Karte, um den Wert der Hand zu bestimmen. In der Kombination 8♣ 6♥ Q♠ 3♠ K♥ ist der Herzkönig die höchste Karte.

Schon etwas besser ist ein Paar, also zwei Karten gleichen Wertes wie zum Beispiel in der Hand Q♣ Q ♥ J♦ 8♣ 6♥ mit dem Damenpaar. Haben zwei Spieler ein Paar, gewinnt das höhere Paar.

Zwei Paare ist die nächstbeste Hand, zum Beispiel in der Kombination 10♠ 10♥ K♣ K♦ 9♠. Sollten zwei Spieler je zwei Paare haben, so entscheidet das höhere Paar.

Ein Drilling schlägt die Paare und setzt sich aus drei Karten gleichen Wertes zusammen wie in der Hand A♣ A♦ A♥ 5♠ 8♠. Hat ein anderer Spieler ebenfalls einen Drilling, gewinnt der höhere Drilling.

Eine Straße setzt sich aus fünf Karten in einer Reihe zusammen, wie zum Beispiel bei  3♠ 4♣ 5♠ 6♥ 7♣. Haben zwei Spieler eine Straße, gewinnt der Spieler mit der höheren Straße.

Der Flush ist eine Kombination aus fünf Karten einer Farbe wie bei A♠ 5♠ 8♠ 9♠ J♠. Die höchste Karte gewinnt auch hier den Pot, falls zwei Spieler einen Flush halten.

Das Full House setzt sich aus einem Drilling und einem Paar zusammen - Q♣ Q♥ Q♠ K♥ K♣. Höhe des Drillings und des Paares entscheiden, und zwar in dieser Folge, zunächst die Höhe des Drillings und sollten zwei Spieler den gleichen Drilling halten, zählt die Höhe des Paares.

Noch besser ist ein Vierling, also vier Karten gleichen Wertes wie in der Kombination A♣ A♦ A♥ A♠ J♦.

Geschlagen wird der Vierling von einem Straight Flush wie 8♣ 9♣ 10♣ J♣ Q♣. Sollte es zu einem der seltenen Situationen kommen, in der zwei Spieler einen Straight Flush halten, gewinnt die Hand mit der höchsten Karte.

Der Traum aller Pokerspieler ist der Royal Flush, der unantastbar und wahrhaft königlich über allen anderen Händen thront. Er setzt sich aus der seltenen Kombination einer Straße in einer Farbe mit einem Ass als höchste Karte zusammen - A♦ K♦ Q♦ J♦ 10♦.


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